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13. September 2021 / Comments (0)

Salzburg City Hill Climb, 9.9.2021

Bericht von Florian Scholz:

Wenn es eine neue Art von Bewerb gibt und dieser noch dazu nicht weit von daheim entfernt und in einem tollen Ambiente stattfindet muss man doch geradezu teilnehmen!

Genauso ging es mir als ich über den City Hill Climb in Salzburg las. Die Rahmendaten sind heftig:

  • vom Kapitelplatz hinauf zur Festung Hohensalzburg
  • Streckenlänge 900m, davon
    • 450m dünner Sand/Schotter (das steilste Stück)
    • 300m Kopfsteinpflaster
    • 150m auf Asphalt
  • 120 Höhenmeter (somit 13,3% Durchschnittssteigung)
  • 32% maximale Steigung

Das ganze nicht in einem einzigen Lauf, sondern mit Qualifikationsläufen (max. 15 Teilnehmer pro Lauf) und Finale wenn man unter den schnellsten 5 Fahrern des eigenen Laufs ist. Dabei sind es sogar 3 verschiedene Bewerbe die hier stattfinden: Jedermann RR oder Crosser, Jedermann Mtb, Elite

Ich starte dabei im Jedermann-Bewerb mit meinem RR wo ich wieder mal froh bin dass ich vorne eine 3-fach-Kurbel oben habe. (Die Übersetzung hinten könnte für sowas aber definitiv mehr Zähne haben!)

Das Wetter hat es gut gemeint: sonnig und trocken mit 25°C, wobei fast die ganze Strecke im Schatten liegt. Normalerweise darf man die ganze Strecke ja nicht mit dem Rad fahren, aber für dieses Rennen gibts die Ausnahme das mal fahren zu dürfen.

Eine halbe Stunde vor dem Rennen gibt es die Möglichkeit die Strecke mal “Probe zu fahren” – und da merke ich schon dass das sehr heftig werden wird. Bei dem steilsten Abschnitt nach ca. 700m auf dem Sand-Schotter-Gemisch muss ich absteigen (bin da aber nicht der einzige) und entscheide das auch im Rennen so zu machen – mit meiner Übersetzung komme ich da einfach nicht hinauf ohne umzufallen oder dass das Rad durchdreht (denn Aufstehen kann man nicht). Also lieber kontrolliert absteigen als unkontrolliert stürzen.

Ich starte im 3. Lauf des Tages bei den Jedermännern über 40 mit RR (die Damen starten separat). Von den angemeldeten 10 Fahrern starten mich eingeschlossen allerdings leider nur 7. Da in dieser Altersklasse nur so wenige sind gibt es diesen Qualifikationslauf und die besten 5 starten später dann nochmal und fahren um den Sieg.

Nach dem Startsignal schießen die anderen 6 am Kopfsteinpflaster gleich mal ordentlich weg und ich hänge alleine hinten nach, denn auf den ersten Metern will ich mich nicht komplett abschießen. Mein Rückstand wird konstant vergrößert, aber das ist mir dann auch schnell egal – ich bin in meinem eigenen Rennen gegen mich selbst angekommen und es wird hart.

Die Beine brennen nach kurzer Zeit, die Lunge pfeift als ich nach 500m Kopfsteinpflaster bzw. Asphalt auf die unbefestigte Strecke komme. Da heißt es aufpassen dass das Rad stabil bleibt, die Reifen nicht durchdrehen und man nicht umkippt. Aus dem Sattel gehen ist hier wie gesagt nicht möglich, dh es muß alles im Sitzen gefahren werden um genügend Druck am Hinterrad zu haben, sodass es nicht durchdreht.

Nach einer 90°-Kurve schon im Festungsbereich kommt dann der steilste Abschnitt (nach 700m). Von weiter hinten habe ich gesehen dass welche der anderen da auch abgestiegen sind und deswegen mache ich das ebenso und versuche mit dem Rad weiter hinaufzulaufen. 100m lang geht das so, dann wird es flacher und ich steige wieder auf und fahre die letzten Meter erschöpft ins Ziel. Heftig. Und gerade mal 4:57min lang. (Zum Vergleich im Finale der Elite war Profi Daniel Federspiel – 2015+2016 Weltmeister im Cross Country Eliminator – mit 3:08 der schnellste!!)

Dass es nicht fürs Finale reicht (um ca. 30s) ist mir ziemlich egal und eigentlich freut es mich fast sogar – da nochmal hoch zu fahren wäre brutal.

So bleibt nach dem teilweisen Hinuntergehen (fahren ist ohne Sturz nicht möglich bei mir und 90% der anderen Fahrer) noch eine Fahrt nach Hause zum runterkommen und das Laktat wieder abzubauen.

Fazit: cooler Bewerb, den man mal gemacht haben sollte. Auch schon weil es super war von Zuschauern am Streckenrand wie bei der Tour de France angefeuert zu werden, selbst wenn man hintennach hängt.
Aber einmal reicht für mich wohl. 😉

P.S.: in der AK Jedermann RR 40+ 7./7, gesamt 64./80 (inkl. Mtb und Elite)

Last modified: 13. September 2021