|

30. August 2021 / Comments (0)

Aloha Mondseeland MD, 29.8.2021

Bericht von Florian Scholz:

Nach 6 Jahren gibt es endlich wieder einen Triathlon am Mondsee! Als ich das im letzten Herbst lese steht für mich fest, dass ich unbedingt da starten möchte!

Im Gegensatz zu früher gibt es statt einer olympischen Distanz aber dieses Mal eine Mitteldistanz (sowie eine Sprintdistanz) über 1,9km schwimmen im Mondsee, 93km Radfahren (= 4 Runden rund um den See) sowie einen Halbmarathon (4 Runden mit Wendepunktabschnitten am See entlang sowie ins Ortszentrum hinein).

Leider war mein Training in den letzten Wochen nicht sehr berauschend. Nach den Triathlon-Doppeln in Gmunden und Obertrum war die Luft etwas draußen obwohl Mondsee eigentlich mein später Höhepunkt sein sollte. Die kurzen Wettkämpfe in Traun und am Pichlinger See konnte ich mit der vorhandenen Form noch recht gut abreißen, ob es für eine Mitteldistanz reichen wird ist die Frage.

Die Vorraussetzungen sind für meinen Geschmack jedenfalls nicht die besten. Die Straßen sind alle nass, es ist mit großer Wahrscheinlichkeit weiterer Regen vorausgesagt und am Start hat es 10°C (am Ende sind es dann 15). Nicht meine Bedingungen. Ich mag es gerne warm oder heiß. Bei Kälte fange ich immer bald zu bibbern an.

Generell ist meine Stimmung auch vorort nicht berauschend. Am Weg zurück zum Auto vom Abholen der Startunterlagen kann ich mich nicht erinneren wo ich meine Radschuhe eingepackt habe und hoffe kurz auf eine mögliche Ausrede nicht starten zu können. Leider sind sie dann doch in einer Tasche drinnen und mir bleibt nichts anderes übrig als in der Wechselzone einzuchecken. Immerhin regnet es nicht.

Na dann los

Angesichts der Temperaturen ist der Neo natürlich erlaubt, das Wasser ist weit wärmer als die Luft.

Beim Schwimmen ist ein Kurs ähnlich eines großen “M” zu durchschwimmen und ich reihe mich am Start weiter rechts ein wo nicht so viele StarterInnen (insgesamt gibt es 171 Mitteldistanzler + einige AquabikerInnen) sind. Dadurch habe ich auch gut Platz im Wasser, allerdings fühlt es sich – wieder mal – nicht toll an. Meine Schwimmtechnik ist im Freiwasser einfach inferior im Vergleich zum Becken. Ich schaffe nur den 2er-Zug statt meinem sonstigen 3er-Zug, die Zuglänge ist einiges kürzer und ich komme nur schwer ins Gleiten und die Kraft lässt sehr schnell nach.

Die Distanz ist etwas länger als die angegebenen 1,9km, deswegen komme ich erst nach 40:26min aus dem Wasser heraus – schon mal der erste kleine mentale Rückschlag, da hatte ich doch eine Zeit unter 38min erwartet.

Beim Wechsel lasse ich mir diesmal etwas mehr Zeit als sonst übrig, da ich mir ein Gilet überziehe und in Armlinge reinschlüpfen will um am Rad nicht zu erfrieren. Mit den Armlingen habe ich einige Probleme um sie über die Handgelenke zu streifen (ich will sie erst beim Fahren ganz hinaufziehen). Danach geht es einen sehr langen Weg über eine steinige Wiese sowie für meine blossen Füße etwas schmerzhaften Asphalt um endlich die Hauptstraße und die Mountline zu erreichen.

Das Wetter hält

Das Radfahren ist ja eindeutig meine beste Disziplin – letztes Jahr und heuer habe ich bis auf ein Mal immer meine besten Splitplatzierungen hier gemacht (wird auch diesmal wieder der Fall sein). Aber heute fühlt es sich nicht gut an. Auf der ersten der 4 Runden komme ich überhaupt nicht auf Betriebstemperatur. Die Oberschenkel brennen ob der Kälte und Nässe vom Schwimmen. Erst bei dem Anstieg nach Loibichl kann ich die Armlinge hochziehen, vorher möchte ich nicht aus der Aeroposition rausgehen. Bei der nächsten Steigung ziehe ich mir auch noch die Handschuhe an. Danach wird es zumindest eine Spur besser, aber wirklich gut geht es immer noch nicht, die Leistung ist auch ca. 10-15 Watt unter dem was möglich sein sollte und was ich mir vorgenommen habe.

Erst nach dem Tunnel in der 2. Runde habe ich das Gefühl im Radfahren “angekommen” zu sein und die Leistung geht etwas hinauf. Dazu kommt aber auch leider langsam der Drang zu Pinkeln. Meine Ernährung ist ja hauptsächlich flüssig und nahezu alles ist in meinen beiden Trinkflaschen aufgelöst. Wenn man aber gleichzeitig zu wenig rausschwitzt ergibt sich hier ein Problem. Das hatte ich trotz vieler Wettkämpfe im Vorfeld vergessen bzw. zu wenig beachtet…

Mittlerweile bin ich in einer kleinen Gruppe wo ich die meiste Zeit vorne fahre und einige andere hinter mir die Abstände einhalten. Darunter auch mein Bekannter Wolfgang, der normalerweise beim Radfahren etwas schlechter als ich ist aber dieses Mal versucht dranzubleiben (was ihm auch gelingt und als guter Läufer auch insgesamt ein sehr starkes Rennen abliefert!). Ich versuche zwar immer wieder mal die Gruppe zu sprengen und einige brechen auch weg, ich werde aber hin und wieder von Autos aufgehalten (am Mondsee ist während dem Bewerb Einbahnregelung).

Durch den Harndrang kommt dann auch wieder ein Kältegefühl dazu, und auf der 4. Runde kurz vor dem Tunnel halte ich es einfach nicht mehr aus und muß mal auf die Seite fahren und mich “entleeren”. Durch diese ca. einminütige Verzögerung kann ich dann den Rest der Runde alleine fertigfahren, da die Gruppe natürlich weg ist und ich auch nicht wieder herankomme. Knapp vor Geisberg fängt es auch noch kurz zu regnen an, hört aber noch vor dem Laufen wieder auf.

Meine Zehen sind links halb und rechts komplett eingefroren, was mir etwas Unbehagen beim Absteigen vom Rad bereitet, aber ich komme heil am Wechselplatz an. Die Radzeit ist 2:40:46h inkl. PP und für 93km – das ist ein Schnitt von fast 35km/h, angesichts der Umstände dann in etwa dann doch das was ich fahren wollte.

Gut angefangen, dann war der Ofen aus

Den ersten Laufkilometer fange ich trotz tauber Füße wieder mal zu schnell an (4:26) bevor ich mich dann mit Zeiten zwischen 4:32 und 4:42 einpendle. Also dort wo ich sein will und bei den fürs Laufen guten Bedingungen auch drinnen sein sollte.

Nach 7km dann allerdings ein Problem: im rechten Knie an der Außenseite entsteht ein stechender Schmerz und ich laufe dadurch etwas asymmetrisch. Einen Kilometer später kommt ein ähnliches Problem allerdings auch noch im linken Knie dazu. Dadurch werde ich zuerst nur etwas langsamer mit einer Pace von 5:10min/km, nach 10 Kilometern wird der Schmerz aber zu groß und ich muß gehen. Beim Gehen wird es besser und ich wechsle ab nun zwischen Gehen und sehr langsam laufen hin und her: 10-20 Schritte gehen, dann vielleicht eine halbe Minute laufen bis der Schmerz zu groß wird und wieder gehen um es zu beruhigen.

Eigentlich will ich nun aufhören und den Wettkampf mit einem DNF beenden, denn das ist es mir eigentlich nicht wert. Da ich aber keinen Kampfrichter sehe mache ich weiter. In der dritten Runde läuft ein anderer Teilnehmer (dem IronMan-Shirt nach zu urteilen auch vielfacher Triathlon-Teilnehmer) auf mich auf (der aber eine Runde hinter mir ist) und feuert mich an weiterzumachen. Wir kommen kurz ins Reden und ich mache weiter, er bleibt dann aber wieder hinter mir zurück.

Mit Ach und Krach schleppe ich mich dann doch noch regulär ins Ziel. Die Zeit von 5:25:34 ist angesichts der Probleme gar nicht mal soo schlecht. Mein Ziel war unter 5h ins Ziel zu kommen, sollte allerdings heute nicht sein.

Den Fast-Halbmarathon (lt. meiner Uhr 20,55km) schaffe ich gerade noch ein paar Sekunden unter 2h als ich als 103. (von 171) ins Ziel komme. Altersklassenplatz ist 29 von 43 ins Ziel gekommenen (bei 49 gestarteten).

Bei der oberösterreichischen Landesmeisterschaftswertung über die Mitteldistanz werde ich immerhin noch 4. Wäre ja fast ein Treppenwitz gewesen, wenn sich hier das Podest noch ausgegangen wäre. 😉

Prinzipiell ist es schöner Wettkampf in toller Umgebung, Wetter war halt nicht meines und die Knieprobleme wieder etwas dem ich nachgehen muß bzw. auch ein wenig selbstgemacht wenn man weiß dass man da anfällig ist und die vorbeugenden Übungen vernachlässigt… Es mental trotz aller Umstände durchzuziehen (auch wenn es nur am seidenen Faden hing) ist hingegen etwas worauf ich aufbauen kann.

P.S.: ich stand ja 2014 schon bei der olympischen Distanz hier in Mondsee am Start (war damals meine erste OD) – das Wetter war gleich kalt, dafür dazu noch Regen auf der Radstrecke – ich hätts also wissen müssen…;-)

Last modified: 30. August 2021