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22. August 2020 / Comments (0)

Race around Austria solo Challenge

Bericht von Felix Hermanutz:

Mit großer Unsicherheit, da ich noch immer mit meiner Knieverletzung zu kämpfen hatte, meldete ich mich erst am letzten Tag der vergünstigten Anmeldung für die Race Around Austria Solo Challenge an. 

Wohlwissend, dass die nächsten Monate nicht nur trainingstechnisch sehr fordernd werden, sondern auch abseits des Trainings sollten mich Dinge wie Physiotherapie, etliche Stunden auf der Massage-Rolle und sehr viel Stabilisationsübungen auf trab halten.

All das fruchtete leider nicht wie gewünscht bis zum Start und so waren die letzten Trainings alles andere als schmerzfrei. Aufgrund dessen startete ich mit einer gewissen Skepsis ins Rennen, ob ich meine volle Leistungsfähigkeit abrufen kann und es mir möglich ist das Rennen zu finishen. 

All diese Gedanken waren aber nach den ersten Sekunden verschwunden und ich konnte ein befreites Rennen fahren. Befreit heißt aber alles andere als einfach. Die Konkurrenz war extrem stark. Von Anfang weg konnte ich in einen super Rhythmus finden und fühlte mich so extrem schnell, dass ich mehr als überrascht war als ich ins Mühlviertel abbog, wo ich erfahren habe, dass ich nur einen sehr geringen Vorsprung auf meine Verfolger habe und das obwohl gerade der erste Abschnitt mir am besten aufgrund seiner flachen Beschaffenheit entgegen kommen sollte. 

Im anschließenden Mühlviertel überpacete ich so ziemlich alle Anstiege. Vorsprung konnte ich trotzdem nicht herausfahren, was schlussendlich zu meinem ersten mentalen und schlussfolgernd auch körperlichen Einbruch führte. Ich bekam einfach den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass ich der Newcomer im Ultra-Cycling bin, alle meine Rivalen auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen können und ich wohl der erste sein werde der Tribut zollt und das Tempo nicht bis zum Schluss halten kann. 

Schlussendlich kam es dann Gott sei Dank ganz anders und ich konnte im Ennstal wieder in einen super Rhythmus finden und konnte endlich einen Vorsprung herausfahren. 

In Windischgarsten angekommen war der Tank aber endgültig leer und die letzten 100km wurden zur wahrlichen Qual, nicht zuletzt da ein freundschaftliches Duell mit meinen Konkurrenten Daniel Biehler entstand. 

Nach 560 Kilometer und über 6.000 Höhenmeter war es dann wirklich vollbracht, ich konnte als erster die Ziellinie überqueren. Vollends erschöpft fiel alles von mir ab und ich konnte mich kaum noch am Rad halten. Anschließend brauchte ich ein Bisschen bis ich mich wieder soweit erholen konnte, dass ich auf die Bühne fahren konnte und die Zielzeremonie geniesen durfte.

Zusammenfassend war es das härteste aber auch eines der schönsten und besten Rennen die ich bis jetzt gefahren bin. 

Ich bedanke mich bei meinem gesamten Betreuer-Team (bzw. Familie), Freunden und Bekannten, die mich im Ziel empfangen haben und an alle Fan-Zonen entlang der Strecke, die dieses Event einzigartig machten!! 

Außerdem bedanke ich mich bei sämtlichen Sponsoren, ohne die eine Teilnahme nur sehr schwer möglich gewesen wäre! 

Danke auch an das gesamte Race around Austria Organisation-Team, einfach großartig welch ein Event ihr jedes Jahr auf die Beine stellt, selbst in Zeiten von Corona!

Last modified: 13. September 2020