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Bericht von Markus Fiedler:

Da der UASC schon seit längerer Zeit regelmäßig bei diesem Event vertreten ist, war es auch heuer am 07.-08.07.2018 wieder soweit. Der Wetterbericht meldete ein sonniges, regenfreies Wochenende jedoch mit viel Wind. Wir stellten dieses Jahr zwei 2-er Teams über 6 Stunden und meine Wenigkeit im Bewerb 24 Stunden Solo. Mein Ziel ist es die 24 Stunden durchzufahren, sprich ohne nur einmal absteigen zu müssen. Gleichzeitig wollte ich ca. 650 Kilometer schaffen.

Dies habe ich mir schon voriges Jahr als großes Ziel für 2018 vorgenommen, hatte somit genug Zeit mich auf dieses Vorhaben vorzubereiten. Im Winter wurde somit durchtrainiert, außerdem beschloss ich neben dem Training auch die gesamte Brevet-Serie 2018 zu fahren, mit dabei als Höhepunkt den 1000-Kilometer-Brevet den es nur alle 2 Jahre gibt.

Die Strecke in Grieskirchen ist ein sehr lässiger Rundkurs mit 21,5 Kilometer und 173 Höhenmeter. Dieses Mal hatte der UASC zwei Standplätze, weil ich als Solo-Fahrer unbedingt an der Strecke versorgt werden musste, was von unserem altbewährten Stammplatz beim Roten Kreuz abseits der Strecke nicht möglich wäre. Ein guter Brevetfreund (Pillinger Alex) gab mir den Kontakt von dem Grundstücksbesitzer wo er 2016 seinen Standplatz hatte um ebenfalls die 24 Stunden Solo zu fahren.

Ich setzte mich telefonisch mit denen in Verbindung und fuhr anschließend nach Grieskirchen um den Standplatz vor Ort zu besichtigen. Er war perfekt und die Besitzer waren sowas von nett und zuvorkommend, unglaublich. Der Standplatz war nun Dank Alex gesichert, aber es war noch so einiges zu organisieren wie Auto, Zelte, Verpflegung für alle und noch so einiges mehr. Ich hatte alle Hände voll zu tun um das rechtzeitig zu schaffen.

Am letzten Tag wurden dann die Fahrzeuge beladen und nochmals alles kontrolliert. Am nächsten Tag ging es dann um 7 Uhr los nach Grieskirchen. Die beiden Standplätze mussten jetzt aufgebaut und eingerichtet werden. Anschließend holte ich mein Startparket am Kirchenplatz ab. Das Fahrrad wurde nun mit Chip und Nummer ausgestattet. Ich schlüpfte noch in die Vereinskleidung und fuhr noch ein paar Schleifen zum Aufwärmen bevor es zum Startgelände ging.

Als ich im 24-Stunden-Startblock stand, war ich sehr aufgeregt was ich normaler Weise nicht bin, aber das war das Event auf das ich mich fast ein Jahr lang vorbereitet habe und ich wollte einfach nicht enttäuschen. Zu meinem Glück waren ein paar bekannte Gesichter unter den Startern und zusätzlich erblickte ich einen guten Freund (Windpassinger Gerald) der mir noch gut zuredete ehe es um Punkt 12 Uhr losging.

Sofort nach dem Start war die Nervosität auch schon verschwunden. Ich war total auf das Rennen konzentriert. Wir fuhren anfangs ein sehr hohes Tempo, ich führte das Feld auch öfter an, es machte mir wirklich Spaß und mir kam es vor als ob ich einen Brevet fahren würde. Am Standplatz hatte Peter alles unter Kontrolle. Er bestückte mich bei jeder Runde mit frisch befüllter Trinkflasche, Bananen, Gels, Riegeln oder Milchbrot. Die Zeit verging und es wurde dunkel. Ich schaltete die vormontierte Beleuchtung ein. Am Standplatz übernehmen jetzt  die 6-Stunden-Fahrer (Manuela, Julia, Kurt und Roland) die Verpflegung für mich. Peter verließ uns mit Wehmut, aber Familie geht vor.

Eine Runde nach der anderen spulte ich runter, als um ca 3 Uhr unserer Gruppe leider komplett auseinander brach. Ich musste dann 2 Runden total alleine fahren, konnte aber in der darauf folgenden Runde immer wieder Streckenabschnitte mit den verschiedensten Gruppen bewältigen. Nun dauerte das Rennen schon 19 Stunden. Es ist bereits wieder hell geworden und es wurde schon langsam wieder etwas wärmer.

Ein Blick auf den Tacho verriet mir, dass ich mein Ziel 650 Kilometer schon übertroffen habe. Jetzt gilt es nur noch die restlichen Stunden durchzuhalten und nicht abzusteigen. So fuhr ich trotz diverser Schmerzen Runde um Runde weiter. Gegen Ende fragte mich Roland ob ich meine Platzierung wissen möchte, ich verneinte. Natürlich wusste ich, dass es ein sehr gutes Ergebnis werden könnte. Meine Helfer feuerten mich an und versorgten mich unermüdlich, meine Freundin begleitete mich sogar ein gutes Stück von der Strecke mit dem Fahrrad, war super und gab mir Kraft durchzuhalten, war ja nicht mehr lange bis zur letzten Runde.

Endlich, Durchfahrt ca 11:30 Uhr, Beginn der letzten Runde. Roland füllte noch einmal meine Trikottaschen, er meinte dann er sei sehr stolz auf mich und ich wäre auf dem sicheren 3. Platz mit einem Vorsprung auf den 4. von 17 Minuten und ich soll das Ding heimfahren. Ich wurde abermals von Manu ein Stück begleitet, gab dann nochmal alles was ich hatte und konnte in 24 Stunden 8 Minuten eine Strecke von 817 Kilometer und ca. 6500 Höhenmeter zurück legen.

Kurze Verschnaufpause, dann duschen, anschließend Siegerehrung. Ich kann es bis heute noch nicht so wirklich realisieren was ich da geleistet habe, aber eines weiß ich ganz genau, ich habe alles gegeben, bin oft an meine Grenzen gestoßen, aber ich hätte niemals aufgegeben. Zum Schluss möchte ich mich noch bei meinen Helfern Manuela, Julia, Roland, Kurt und Peter herzlichst bedanken, die von Anfang an mit vollem Einsatz hinter mir standen, mich verpflegten, mich anfeuerten, mich durch die Nacht begleiteten, mich immer von Neuem aufmunterten, mich sogar auf der Strecke begleiteten, mich nicht alleine ließen und genauso kämpften wie ich. Darum ist mein Erfolg auch deren Erfolg. Danke, es war ein sehr schönes und unvergessliches Erlebnis.

Für alle Mitglieder:

Bei Wettbewerben bitte auf Angabe des einheitlichen Vereinsnamen achten:

UASC Attersee West